Nova, Supernova


Einführung

Das Musikstück Nova (lat. neu), das eingebettet ist in das Mysterium,
das Wunder der Natur mit den bis heute unbeantworteten Fragen
"woher kommen wir?", "wer sind wir?" , wohin gehen wir?",
beschreibt musikalisch das astronomische Ereignis einer Nova oder Supernova
im Spannungsfeld zwischen der Wahrheit selbst und dem, was wir dafür halten.
Kein geringerer als Johannes Kepler beobachtete nach einer Konjunktion
der drei Planeten Mars, Jupiter und Saturn am 9. Oktober 1604 eine Supernova.
Er hielt das neue Licht am Sternenhimmel wie Tycho Brahe bei der Beobachtung
einer Supernova 1572 für einen neuen Stern, stella nova, dessen Entstehung er
fälschlicherweise in einem kausalen Zusammenhang zur Planetenkonjunktion sah.
Das damalige Weltbild wurde nicht nur durch die Planetenbahnen um die Sonne,
sondern auch durch den Zweifel an ewig unveränderlichen "Fixsternen" erschüttert.
Entfernungen im Weltall konnten damals noch nicht gemessen werden.
In der Vergangenheit fand er eine ähnliche Abfolge von Ereignissen um 7 v. Chr.
und stellte die ernsthafte Frage, ob nicht damals, 7 v. Chr., auch ein neuer Stern
aus der Planetenkonjunktion entstanden sein könnte. Ob der Stern von Bethlehem
damals eine Supernova war, konnte bis heute nicht nachgewiesen werden.
Im 20. Jh. wurden die Vorgänge bei Novae und Supernovae erforscht und man weiß, dass
nicht ein neuer Stern entsteht, sondern ein Stern am Ende seines Lebens durch Freisetzung
gewaltiger Energiemengen bei Kernfusionsprozessen zerstört wird. Die falsche Sprache,
die aus falscher Vorstellung entstand, wurde bis heute nicht korrigiert.
Neue Spekulationen im Umfeld der Quantenfeldtheorie, einem Teilgebiet der Physik,
mit dessen Hilfe die Existenz von Energie im Vakuum diskutiert wurde,
sog. Vakuumfluktuationen, führten zu der ernsthaften Frage, ob nicht die Welt
aus dem Nichts entstanden sein könnte.


Liedtext

          Vakuum. Nichts. Gibt es das Nichts wirklich?
                     Die Welt ist. Sie ist entstanden.
                              Siehst Du das Licht?
                          Die Wahrheit liegt vor uns.
                                 Sie liegt vor uns.
                        Siehst Du sie auch im Nichts?
                 Die Wahrheit in der lebendigen Welt.
                         Die Wahrheit liegt vor uns,
               doch Brücken bauen müssen wir selbst,
                          sonst verstehn wir sie nie.
                             Fixsterne gibt es nicht.
                 Das Himmelsgewölbe verändert sich.
           Der Himmel ändert sich. Der Himmel lebt.
Wie aus dem Nichts weicht die Dunkelheit dem neuen Licht.
            Dunkelheit weicht - neues Licht der Nova.
            Die Nacht wird lebendig durch das Licht.
           Das Licht der Nova verbindet uns mit ihr.
        Das Licht der Nova, es ist ein Teil der Brücke.
                      Der Bau der Brücke beginnt.
                           Über Geburt und Tod.
             Entstehung, Zerstörung, Wahrheit, Brücke.
            Das Leben verbrennt sich selbst, Supernova.
              Wir bewundern das Licht der Supernova.
      Entstehung, Zerstörung, wunderbar, grausam,
                alles ist wahr, je nach Perspektive.
                          Wahrheit, Hoffnung,
        der Stern von Bethlehem war damals neu - Nova.
         Die Dunkelheit wurde erhellt durch das Licht.
         Doch die Suche nach der absoluten Wahrheit
                          geht immer weiter ...

Joachim Lickteig ©

Startseite